100 Jahre Jugendherbergswerk in Baden-Württemberg

Die Geschichte des Landesverbandes Baden-Württemberg nachzuzeichnen, ist aus zweierlei Gründen eine Herausforderung. Zum einen kann die Geschichte nicht kontinuierlich erzählt werden: Aus den zwei Verbänden der Gründungszeit, Baden und Schwaben, entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Besatzungszonen zunächst vier, die schließlich mit Zwischenschritten zum Landesverband Baden-Württemberg fusionierten.

Zum anderen ist die Quellenlage äußerst schwierig. Zur Geschichte des badischen Verbandes existiert für die ersten 50 Jahre ein sehr detailliertes Buch „50 Jahre Dienst an der Jugend“ – allerdings ohne genaue Quellenangaben, so dass der Inhalt als gesetzt gelten muss, da keine weiteren Quellen (mehr) existieren oder nicht aufzufinden sind. Für den schwäbischen Verband fehlt ein solches Werk; dafür gibt es eine Unzahl Originaldokumente, allerdings mit mehrjährigen Lücken, so dass in manchen Phasen die Erwerbung von Bettdecken über mehrere Wochen hinweg exakt nachverfolgt werden kann, zu anderen Vorgängen aber jegliche Informationen fehlen. Schon 1978 beklagte der damalige Vorsitzende des Landesverbandes Schwaben, Egbert Hans Müller: "...wir sind, [...] ein im Grunde wenig geschichtsbewusster und auf Gedächtnispflege angelegter Verein: Viele Belegstücke sind zwei Umbrüchen, dem Krieg und auch gründlichem Aufräumen zum Opfer gefallen."

Würde man die Geschichte unseres Verbandes als Stammbaum zeichnen, so wäre dieser Baum verwachsen oder sogar verschlungen. In vielen Geschichten und Geschichtchen soll hier versucht werden, diese verschlungene Geschichte nachzuzeichnen.